Börsen-Wissen: Index-Fond - Geld verdienen im Schlaf?

Börsen-Wissen: Index-Fond

Geld verdienen im Schlaf?


Das Image der klassischen Fonds hat in letzter Zeit stark gelitten. Nicht nur, dass Fondsmanager schon seit langem mit der Kritik leben müssen, kaum bessere Ergebnisse als der Index selbst einzufahren, auch war der weltweite Absturz der Börsen im Laufe der Finanzkrise geradezu ein Offenbarungseid für viele Fonds: Der Absturz wurde „mitgemacht“, der Wissensvorsprung der Profis war nur selten in der Kursentwicklung der Fonds erkennbar. Entsprechend tief fielen im vergangenen Jahr die Kurse der Fonds.

Nun ist man in Zeiten fallender Indizes mit einem Indexfonds auch nicht unbedingt gut beraten, die Verluste sind hoch. Verlässt man jedoch den Bereich der Ausnahmesituation Finanzkrise, so stellt sich die Frage, wie sich Indexfonds im Vergleich zu klassischen Fonds positionieren und unter welchen Voraussetzungen sie eine Bereicherung für das eigene Wertpapierdepot darstellen.

Der klassische Fonds
Idealtypisch wird ein klassischer Fonds von Menschen verwaltet, deren Wissen über die Vorgänge an der Börse und in der Wirtschaftswelt deutlich umfassender ist, als das eines durchschnittlichen Aktionärs. Nur ein Wissensvorsprung, und im Zweifelsfall eine gute Intuition, versetzt den Fondsmanager in die Lage, konstant und deutlich besser zu sein als der Markt und die Zusammenstellung seines Fonds so variieren zu können, dass die Fondsperformance über der Marktentwicklung liegt.

Für ebendiese Leistung zahlen die Käufer eines Fonds Jahr für Jahr Managementgebühren, die meist ein bis drei Prozent des Fondswerts betragen. Leider steht der Gebühr nicht immer eine entsprechende Wertentwicklung des Fonds gegenüber. Studien haben vielmehr ergeben, dass 80% der aktiv gemanagten Fonds die Entwicklung des Marktindizes im Vergleichszeitraum nicht übertreffen konnten (unter Berücksichtigung der Gebühren), also nur rund ein Fünftel aller Fonds für die Anleger tatsächlich lukrativ ist.

Alternativen
Selbst die Verwaltung einer Vielzahl von Aktien und Wertpapieren zu übernehmen und aktiv das eigene Wertpapierdepot zu verwalten, stellt für die meisten Anleger aber keine wirkliche Alternative zu einem Fonds dar. Zum Einen ist der notwendige Aufwand nicht zu unterschätzen, zum Anderen sind die zu erwartenden Resultate eher schlechter als besser.

Gerade langfristige Anleger können jedoch in Indexfonds ein probates Mittel finden, das Risiko zu streuen und von der allgemeinen Entwicklung zu profitieren, und dennoch weder von den Einschätzungen Einzelner abhängig zu sein, noch hohe Gebühren zahlen zu müssen. Zwar muss auch ein Indexfonds erst einmal ausgewählt werden (mittlerweile gibt es unzählige Indexfonds selbst für exotische Märkte und Branchen), doch ab diesem Punkt bedarf der Fonds nur wenig Aufmerksamkeit.

Der Indexfonds
Wie der Name schon verrät, bildet ein Indexfonds einen bestehenden Marktindex- zum Beispiel DAX oder Dow Jones - möglichst genau ab. Die Aufgabe des Fondsmanagers - diesen Posten gibt es auch bei Indexfonds - ist wiederum, durch An- und Verkauf von Papieren den Index möglichst genau nachzubilden. Die Abweichung des Indexfonds vom Index ist daher eine wichtige Kennzahl, die als Tracking Error bekannt ist. Liegt er unter 1%, geht man von einer guten Nachbildung aus.

Da die Aufgaben des Indexfonds-Managers weniger umfangreich als die eines „normalen“ Fondsmanagers sind - er muss lediglich darauf achten, dass die Zusammensetzung des Fonds den Entwicklungen des Indizes Rechnung trägt und entsprechend angepasst wird - sind die Managementgebühren deutlich niedriger. Üblich sind 0,5% bis 1% des Fondswertes. Der Ausgabeaufschlag, falls überhaupt vorhanden, ist in der Regel ebenfalls sehr niedrig.

Interessierte Anleger können heute aus einer Vielzahl verschiedener Fonds auswählen, denn die Zeiten, in denen die Auswahl klein und überschaubar war, sind schon lange vorbei. Es existiert nicht nur eine große Anzahl von Fonds für die wichtigen Indizes wie Dow, DAX & Co., selbst für die kleinsten Branchenindizes werden Indexfonds angeboten. Zu den größten Fonds gehören MSCI Europe und MSCI World, in Deutschland werden vor allem Fonds auf DAX und den EURO STOXX gehandelt.

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