Ob eine Aktie im Moment teuer oder preiswert am Markt zu haben ist, darüber entscheidet nicht der aktuelle Kurswert allein. Ein wichtiger Indikator, auf den Anleger mit als erstes schauen sollten, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).
Wie ist ein börsennotiertes Unternehmen aufgestellt, wie wird es in Gegenwart und Zukunft seine Gewinne erzielen? Darüber gibt der Aktienkurs Auskunft. Er beschreibt die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Ob eine Aktie teuer oder preiswert ist, lässt sich allein aus dem Aktienkurs jedoch nicht feststellen. Deshalb wird zur Einschätzung einer Aktie der aktuelle Kurs mit den Gewinnen des Unternehmens verglichen. Diese Kennzahl nennt man das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV.
Das KGV bezeichnet das Verhältnis zwischen dem aktuellen Börsenkurs und dem aktuellen oder erwarteten Gewinn, den ein Unternehmen pro Aktie erzielt oder erzielen wird. Besonders interessant für Anleger sind die künftigen Gewinnerwartungen, auf deren Basis das erwartete KGV oder "Forward KGV" berechnet wird. Generell gilt: Je niedriger das KGV, umso preiswerter sind, relativ gesehen, die Aktien des Unternehmens.
Das KGV kann also wertvolle Hinweise für Aktienanleger bieten. Als alleinige Grundlage für die Entscheidung, in diese oder jene Aktie sein Geld zu investieren, sollte es jedoch auf keinen Fall dienen. Denn Unternehmensgewinne werden von den Analysten je nach Branche völlig unterschiedlich eingeschätzt. "Ein aufstrebendes Technologieunternehmen wird in der Regel ein höheres KGV aufweisen als ein solider Versorger", so Dr. Ulrich Stephan, Chief Investment Officer für Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank.
Zudem sollte man als Anleger auch immer die aktuelle Marktstimmung beobachten. "Die Anleger machen sich im Moment viele Sorgen. Sie fürchten die Folgen der Schuldenkrise im Euroraum. Hinzu kommen das schleppende Wachstum in den USA und Inflationssorgen, vor allem in China," so Stephan. Diese Stimmung ziehe die Aktienkurse natürlich nach unten und führe dazu, dass die Unternehmen am Markt nur niedrig bewertet werden. Das jedoch kann sich recht schnell ändern.
(Mit Informationen der Deutschen Bank)
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