Was passiert eigentlich mit dem Geld, welches auf Tagesgeldkonten, in Fondssparplänen oder bei Lebensversicherungen landet? Manch einer möchte nicht mehr damit leben, dass mit seinem Spargroschen oder der Altersvorsorge Rüstungskonzerne, Kinderarbeit oder umweltvernichtende Industriekonzerne finanziert werden.
Die Alternative sind nachhaltige Geldanlagen. Deren Anteil hat in den letzten Jahren in Deutschland stetig zugenommen. So kann man zurzeit in über 350 Fonds im deutschsprachigen Raum investieren, die ihr Investment besonders stark auf soziale, ökologische oder ethische Belange ausrichten. Diese Fondgesellschaften legen das Geld zum Beispiel in die Erzeugung von erneuerbaren Energien, in umweltverträgliche Technologien, ökologische Landwirtschaft oder die Produktion langlebiger Verbrauchsgüter an. Je nach Fond gibt es mehr oder weniger strenge Ausschlusskriterien, die zum Teil von unabhängigen Gremien überwacht werden: Firmen, die in den Bereichen Rüstung, Atomenergie, gentechnischer Landwirtschaft oder Chlorchemie tätig sind, Kinderarbeit zulassen oder soziale Standards nicht einhalten, fehlen oft aus gutem Grund im Portfolio.
Auf eine gute Rendite muss man bei nachhaltigen Investments nicht verzichten. Musterbeispiel dafür ist der Natur-Aktien-Index NAI, der weltweit 30 Unternehmen umfasst. Die Auswahl und Aufnahme in den Index erfolgt nach besonders strengen ökologisch-sozialen Kriterien und wird von einem unabhängigen Expertenausschuss verantwortet. Im NAI findet man die richtig „Guten“ - Firmen die Solar- und Windkraftanlagen herstellen, Produzenten von Fahrrädern, Naturkosmetik, Biolebensmitteln, Öko-Einzelhandelsketten, Recyclingfirmen und nachhaltige Geldistitute. Seit seiner Gründung im Jahr 1997 ist der NAI um mehr als 500 Prozent gestiegen und hat damit sowohl konventionelle Aktienindizes wie Dax und Dow Jones als auch andere Öko-Indizies weit abgehängt. Der NAI ist damit Klassenprimus und Maßstab für die grüne Investmentbranche.
Wer Wert auf eine nachhaltige Anlage seines Geldes legt, sollte sich wie bei jeder anderen Geldanlage das Produkt kritisch anschauen und nicht irgendeine Anlageform auswählen, auf der das Etikett "öko" klebt. Denn bei Geldanlagen gibt es kein Biosiegel. Nicht alle Fonds auf dem Markt sind unter dem grünen Deckmantel wirklich grün - oder man muss Abstriche machen. So gibt es Anlageformen, die zwar auf Kernenergie verzichten - nicht jedoch auf Erdöl- und Erdgasförderung in all ihren Ausprägungen.
Auskunft, in welche Firmen ein nachhaltiger Investmentfonds investiert, kann man auf der entsprechenden Homepage oder im Prospekt des Fonds nachlesen. Gemanagte Fonds eignen sich für ein konsequent nachhaltige Geldanlage besser als Index-Fonds, denn hier haben Fondsmanager die Auswahl der Unternehmen im Fond in der Hand und können nach klar festgelegten Nachhaltigkeitskriterien entscheiden.
In Aktien oder Anleihen einzelner Unternehmen zu investieren, ist dagegen nur erfahrenen Anlegern zu empfehlen. Denn auf ihnen liegt das gleiche Risiko, wie auf konventionellen Aktien. Öko-Firmen unterliegen den gleichen Börsenschwankungen, sind zudem noch zusätzlich abhängig von politisch motivierten Förderprogrammen oder völlig unkalkulierbaren Naturereignissen – was zu einem starken Auf und Ab des Aktienkurses führen kann. Und auch grüne Firmen können natürlich pleitegehen – dann ist das Geld weg.
Wieviel ein Fondssparplan über die Jahre einbringt, erfahren Sie bei Zinsen-berechnen.de



