In Deutschland gibt es mehrere tausend Investmentfonds: Anleger, die für ihr Geld einen passenden Fonds suchen und die Auswahl nicht einem Berater überlassen wollen, müssen zu Beginn einige Fleißarbeit erledigen. Zuerst sollte man sich überlegen, ob man sein Geld eher sicherheitsorientiert in einen Renten- oder Mischfonds anlegen will oder eher spekulativere Aktienfonds? Danach helfen folgenden fünf Merkmale dabei, innerhalb der Fondskategorien die richtige Anlage zu finden.
Erfolgsbilanz: Ein Fonds sollte in der Vergangenheit sowohl in guten als auch in schlechten Börsenzeiten bei der Wertentwicklung besser als die Konkurrenz abgeschnitten haben. Das garantiert zwar noch keine gute Entwicklung in der Zukunft, gibt aber zumindest einen ersten Hinweis auf die Qualität des Fondsmanagements. Informationen liefern auch die Bewertungen von Ratingagenturen.
Kosten: Je weniger Gebühren bei einem Fonds anfallen, umso mehr bleibt vom Ertrag für den Anleger übrig. Ein erster Anhaltspunkt ist die Gesamtkostenquote, im Finanzjargon als „Total Expense Ratio (TER)“, die in den Prospekten der Fonds ausgewiesen wird. In der TER nicht enthalten sind jedoch Kosten wie zusätzliche Gewinnbeteiligungen (Performance Fee) und die Transaktionskosten, die innerhalb des Fonds durch den An- und Verkauf von Wertpapieren anfallen. Ist eine erfolgsabhängige Zusatzgebühr vorgesehen, sollte die TER deutlich niedriger liegen als bei Fonds ohne Gewinnbeteiligung.
Alter: Um die Anlage realistisch bewerten zu können, sollte ein Fonds möglichst schon über fünf oder mehr Jahre am Markt sein. Bei kürzeren Laufzeiten kann es sich auch um Eintagsfliegen handeln, die entweder durch gute Rahmenbedingungen begünstigt waren. Eine nachhaltig gute Anlagepolitik zeigt sich dagegen erst nach Jahren.
Anlagestrategie: In den Informationsmaterialien und Prospekten sollte gut beschrieben sein, welche Anlagestrategie verfolgt wird und welche Regionen oder Branchen dabei im Vordergrund stehen. Besonders bei Mischfonds kann das Fehlen einer eindeutigen Ausrichtung dazu führen, dass sich im Laufe der Zeit Risiken und Renditechancen stark verändern. Ob die Zusammensetzung des Fondsvermögens mit den Angaben zur Anlagestrategie übereinstimmt, zeigt ein Blick in die Vermögensaufstellungen der Rechenschaftsberichte.
Größe: Fonds mit geringem Volumen sind für die Anbieter meist unrentabel. Wer für die Zukunft mit einer gewissen Sicherheit ausschließen will, dass der Fonds über kurz oder lang geschlossen oder mit einem anderen Produkt des Anbieters zusammengelegt wird, sollte nur auf Fonds setzen, die mindestens ein Volumen von 50 Millionen Euro vorweisen können.
Tipp: Anleger, die weniger auf das Know-how der Fondsmanager vertrauen und lieber die Dinge selbst in die Hand nehmen, können ihre Anlagestrategie auch durch den Kauf von börsennotierten Indexfonds umsetzen, die auch als Exchange Traded Funds (ETF) bezeichnet werden. Dann geht es vor allem darum, die richtigen Märkte auszuwählen. Als Belohnung für den eigenen Einsatz winken deutliche Kostenvorteile.
(Ing Diba)
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