Seit Jahrtausenden fasziniert Gold die Menschen. Obwohl es längst kein Zahlungsmittel mehr ist, ist das Edelmetall bei vielen Anlegern in Krisenzeiten gefragt. Inflationssorgen, Konjunkturskepsis und die Volatilität an den Aktienmärkten verstärken das Interesse und treiben dadurch den Goldpreis auf neue Rekordhöhen. Viele Privatanleger fragen sich, ob jetzt noch der richtige Zeitpunkt ist, um dem Goldrausch zu verfallen.
Ein Direktinvestment in Gold ist jedoch laut Experten nur eingeschränkt empfehlenswert. Viele Anleger verdrängen nämlich, dass Gold trotz der immensen Wertsteigerungen in den vergangenen Monaten und dem Hype, der um das Gold gemacht wird, auch Risiken birgt. "Der Goldpreis ist volatil und von zahlreichen Einflussfaktoren abhängig, wie beispielsweise dem Außenwert des US-Dollars.", so Dr. Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. Wenn zum Beispiel die US-Wirtschaft wieder stärker wachsen wird, dann zieht auch der Dollar wieder an – und der Goldpreis fällt.
Keine Zinsen, keine Dividende
Zudem ermöglicht Gold im Gegensatz zu Aktien, Anleihen oder Festgeld einen Gewinn nur über den steigenden Preis. Gold bietet weder Zinsen noch Dividenden. Außerdem muss physisches Gold in Form von Münzen und Barren sicher deponiert werden und der Platz in Banktresoren kostet ebenso Geld wie die Versicherung für die Aufbewahrung zu Hause.
Für Privatanleger gibt es jedoch Alternativen zu Münzen und Barren: Von den steigenden Goldpreisen profitieren auch Minenunternehmen, die weltweit nach Lagerstätten von Gold suchen und dieses fördern. Die Aktien solcher Unternehmen finden sich beispielsweise in spezialisierten Fonds wieder, die das Risiko streuen und die Anleger über Kurssteigerungen und Dividenden an ihren möglichen Gewinnen beteiligen. Eine weitere Investmentmöglichkeit sind an den Börsen gehandelten Rohstoffpapiere. Diese bilden Rohstoffpreise ab, unter anderem den Goldpreis. Auch Zertifikate bieten Möglichkeiten, innerhalb unterschiedlicher Risikostufen vom steigenden Goldpreis zu profitieren.
Fazit: "Privatanleger sollten ihr Kapital grundsätzlich auf verschiedene Anlageklassen verteilen unter Berücksichtigung ihres individuellen Risikoprofils", so Stephan. "Eine Beimischung von Gold-Investments kann sinnvoll sein, doch Goldschätze anzuhäufen ist keine sinnvolle Strategie."
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