2012 wird urlaubstechnisch ein arbeitnehmerfreundliches Jahr: Obwohl das Jahr mit dem 1. Januar an einem Sonntag beginnt, fallen Feiertage wie der 1. Mai und beide Weihnachtsfeiertage endlich wieder auf Wochentage. Mit dem geschickten Einsatz von Brückentagen kann man seinen Urlaubsanspruch gut strecken.
Der Arbeitsort zählt
Prinzipiell gilt im Arbeitsrecht: Bei nicht bundesweit einheitlichen Feiertagen bestimmt immer der individuelle Arbeitsort und nicht der Wohnort, ob man an einem Feiertag arbeiten muss oder frei hat. Wer zum Beispiel in Bayern wohnt und auf Montage in Hamburg arbeitet, der muss am Dreikönigstag ran. Im umgekehrten Fall hat der Hamburger, der in München schaffen muss, großes Glück - und an diesem Tag frei. Gleiches gilt für Auslands-Pendler: So ist zum Beispiel im Nachbarland Österreich der Karfreitag kein gesetzlicher Feiertag – deutsche Arbeitnehmer haben Pech und können erst danach in den Osterurlaub starten.
Brückentage sind in der Belegschaft heiß begehrt, denn mit nur wenigen geopferten Urlaubstagen lassen sich die Ferien ordentlich strecken. In den meisten Firmen ist es deshalb üblich, dass jeder aufs Jahr verteilt in den Genuss der Brückentage kommen sollte - und nicht nur der, der sich am schnellsten im Urlaubskalender eingetragen hat. Das letzte Wort hat bei Streitigkeiten im Übrigen der Chef. Denn nicht der Angestellte nimmt sich Urlaub, sondern der Vorgesetzte gewährt ihn.
Bei den Brückentagen 2012 geht es gleich im Januar los: Der Dreikönigstag, der nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt gilt, fällt 2012 auf einen Freitag. Ein guter Zeitpunkt für ein verlängertes Skiwochenende.
Ostern liegt 2012 vom 6. bis zum 9. April. Mit 4 Urlaubstagen kommt man immerhin auf 10 freie Tage. Der 1. Mai fällt 2012 auf einen Dienstag und bietet mit einem Urlaubstag 4 freie Tage. Wer nicht an die Schulferien gebunden ist, kann Ende Mai einen längeren Urlaub planen. Hier bieten sich wegen Christi Himmelfahrt am 17. Mai und Pfingstmontag am 28. Mai gleich mehrere Möglichkeiten an. Vom 12. bis zum 28. Mai lassen sich aus nur 9 Urlaubstagen 17 freie machen. Wer nicht ganz so viel Zeit benötigt, investiert 6 Urlaubstage und kann zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag 12 Tage ausspannen.
Ein immerhin viertägiger Kurzurlaub ist mit nur einem Brückentag auch im Juni möglich. Wer in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland arbeitet, hat besonders Glück, denn für sie ist mit Fronleichnam der 7. Juni auch frei. In Kombination mit Pfingsten, kann man vom 26. Mai bis 10. Juni mit nur 8 Tagen Urlaub insgesamt 16 Tage verreisen.
Der Tag der Deutschen Einheit fällt 2012 wegen desSchaltjahres ungünstig in die Wochenmitte (Mittwoch). Immerhin lassen sich mit 2 Tagen Urlaub 5 freie Tage genießen. Legt man 4 Tage an, kann man den goldenen Herbst noch einmal richtig mit 9 Tagen Urlaub auskosten. Die überwiegend katholischen Teile Deutschlands müssen 2012 über Allerheiligen nur 1 Urlaubstag für 4 Tage Erholung einsetzen, da der 1. November auf einen Donnerstag fällt. Die evangelischen Regionen müssen jedoch mindestens 2 Tage Urlaub über den Reformationstag am 31.10. investieren, um in den Genuss eines verlängerten Wochenendes zu kommen.
Das Jahr klingt dann für alle gleich aus: Denn Heiligabend und Silvester liegen 2012 an Montagen. Somit fallen der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag auf Dienstag und Mittwoch und auch der 1. Januar auf einen Dienstag, so dass aus nur 3 Urlaubstagen insgesamt ganze 11 freie Tage werden. Na dann: Gute Erholung!
Bei Rechtslupe.de: Ärztliches Attest bereits am ersten Krankheitstag



