Nicht einmal die Hälfte spart regelmäßig - Sparschwein auf Diät

Nicht einmal die Hälfte spart regelmäßig

Sparschwein auf Diät


Zwischen Wollen und Können liegt manchmal Welten. Obwohl fast 90 Prozent der deutschen das Sparen als sehr wichtig erachtet,  kann nicht einmal die Hälfte der Deutschen regelmäßig jeden Monat Geld zurücklegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank.
Vor allem die Menschen in den neuen Bundesländern legen Wert aufs Sparen. Neunzig Prozent von ihnen antworteten auf die Frage „Wie wichtig ist Sparen für Sie?“ mit „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Bei den Westdeutschen waren es immerhin 85,9 Prozent.

Trotzdem sagt noch nicht einmal jeder Zweite (41,1 Prozent), dass er regelmäßig jeden Monat etwas zur Seite legt oder legen kann. Im Westen haben immerhin 43,7 Prozent der Menschen monatlich Geld übrig. Im Osten sind es lediglich 30,4 Prozent. Gut ein Viertel (27,2 Prozent) spart wenigstens unregelmäßig – wenn es Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Steuerrückzahlung zulassen. Jeder fünfte Ostdeutsche (20,9 Prozent) und fast jeder siebte Westdeutsche (14,8 Prozent) sagt jedoch auch, dass er gar kein Geld zurücklegen kann.  Gesamtdeutschland bedeutet dies: 16 Prozent der Menschen können überhaupt nichts sparen.


Männer und Familien sparen mehr
 
Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zeigt sich  auch beim Vergleich der Geschlechter: Obwohl Frauen mehr Wert aufs Sparen legen als Männer, legen  sie mit 158 Euro monatlich weniger Geld  zurück als  Männer mit 189 Euro.  Je mehr Menschen in einem Haushalt leben, desto größer ist der Spareifer. Sparen nur 37,1 Prozent der Singles jeden Monat etwas, legen 38,9 Prozent der Paare regelmäßig Geld zur Seite. Ist Nachwuchs da, sogar noch mehr: 42,2 Prozent der Haushalte mit drei Personen sparen jeden Monat. Leben vier und mehr Menschen unter einem Dach legt sogar fast jeder zweite Haushalt (48,6 Prozent) regelmäßig etwas auf die hohe Kante. Eine Schlussfolgerung daraus könnte heißen, dass Familien vor allem in finanziellen Dingen vorausschauender planen als Alleinstehende.

Sparbuch statt Aktien 
Trotz magerer Zinsen und antiquiertem Ruf ist das klassische Sparbuch immer noch die beliebteste Anlageform der Deutschen. Fast die Hälfte der Befragten (49,1 Prozent) legt das Geld so an, gefolgt von   Bausparvertrag (35 Prozent) und Lebensversicherung (31,2 Prozent). Abgeschlagen landen Fonds und Aktien auf dem letzten Rang (21,9 Prozent), im Osten sogar mit noch deutlicherem Abstand (14,8 Prozent).  Auf die Frage „Was ist Ihnen bei der Geldanlage besonders wichtig?“ antworteten vor allem die Menschen in den neuen Bundesländern (56,7 Prozent) „die Sicherheit“. Bei den Westdeutschen waren es nur 47,8 Prozent (Bundesweit 49,5 Prozent). Den Westdeutschen (14,1 Prozent) ist dagegen die Rendite deutlich wichtiger (Osten 5,8 Prozent). Überraschend nach der Finanzkrise und der Kritik an der mangelnden Verständlichkeit von Finanzprodukten: Gerade einmal fünf Prozent aller Sparer legen besonderen Wert darauf, dass sie die Finanzprodukte vollständig verstehen.

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