Vorlesungsverzeichnis, WG-Zimmer, Studenten-Ausweis, Hörsaal-Plan: Für Studienanfänger werden die nächsten Wochen aufregend. Vor dem Start des lustigen Studentenlebens sollten sich die Erstsemester auch mit ein paar ernsten Finanzfragen beschäftigen, vor allem, wenn sie bei den Eltern ausziehen. Welche Finanzprodukte brauchen Studenten als "Grundausstattung", welche Versicherungen sind nötig? Wir geben Tipps.
Girokonto
Ein Girokonto gehört zum Muss. Egal, ob Mietzahlung, Bafög oder Handy-Rechnung – fast alle Geldtransfers laufen heute per Überweisung. Für mobile Studenten empfiehlt sich ein Konto, auf das man via Online-Banking jederzeit Zugriff hat. Studenten-Konten sind in der Regel gebührenfrei. Mit der zum Girokonto gehörenden ec-/Maestro-Karte kann man an den Geldautomaten der eigenen Bank im Inland wie im Ausland kostenfrei Bargeld abheben. Um die Kosten für Bargeldabhebungen gering zu halten, sollte man bereits bei der Wahl des Kontos auf ein umfassendes kostenfreies Angebot zur Bargeldversorgung und ein möglichst breites und gegebenenfalls internationales Automatennetz achten.
Kreditkarte
Kreditkarten wie Visa- oder Master-Card ist sind heute Voraussetzung für viele Buchungen im Internet. Flugtickets oder Bahnfahrkarten kann man meist nur mit Kreditkarte bezahlen, ebenso Mietwagen oder Online-Bestellungen. In Verbindung mit einem Studentenkonto sind Kreditkarten in der Regel ohne Jahresgebühr und auch die Geldabhebung im In- und Ausland ist meist kostenfrei.
Krankenversicherung
Wer bei den Eltern bisher gesetzlich mitversichert ist, bleibt das auch als Student. Die kostenlose Familienversicherung gibt es bis zum 25. Lebensjahr, sie verlängert sich um die Zeiten von Wehr- und Zivildienst. Aber Achtung: Die beitragsfreie Mitversicherung ist an Einkommensgrenzen gekoppelt: Wer regelmäßig mehr als 365 Euro (bei einem ausschließlichen 400-Euro-Job sind es 400 Euro) verdient, der muss sich selbst versichern. Der Beitragssatz für die studentische Pflichtversicherung liegt bei allen Krankenkassen gleich bei 53,40 Euro. Hinzu kommt der Beitrag für die Pflegeversicherung, der je nachdem, ob man schon Kinder hat oder nicht bei 11,26 Euro oder 8,98 Euro liegt. Darüber hinaus können die gesetzlichen Krankenkassen auch von Studenten einen Zusatzbeitrag verlangen.
Weitere Versicherungen
Welche Risiken man als Student zusätzlich absichern muss und will, hängt von den persönlichen Lebensumständen ab. Solange man noch im „Hotel Mama“ wohnt, braucht man sich zum Beispiel um Hausratversicherung (die z.B. für den gestohlenen Laptop aufkommt) oder um eine private Haftpflichtversicherung nicht zu kümmern. Sobald man allerdings einen eigenen Haushalt oder eine Familie gründet, empfiehlt sich zumindest eine Absicherung des Haftpflichtrisikos. Natürlich muss auch für das erste eigene Auto eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Zusätzlicher Versicherungsbedarf ergibt sich auch bei einem Auslandsemester.
Berufsunfähigkeitsversicherung
In jungen Jahren denkt man ungern an mögliche Krankheiten im Alter. Aber: Jeder fünfte Erwerbstätige wird vor dem Erreichen des Rentenalters unerwartet durch Krankheit oder Unfall berufsunfähig. Studenten sollten dieses Thema daher nicht auf die lange Bank schieben, empfehlen die Finanzexperten der Deutschen Bank. Wer nämlich nicht mindestens fünf Jahre lang im Berufsleben steht und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, hat keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente vom Staat. Grundsätzlich gilt: Je früher man sich absichert, desto günstiger sind die Beiträge und unkomplizierter die Aufnahme. Die Grundabsicherung gibt es schon für weniger als 20 Euro.
(Mit Material der Deutschen Bank)
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