Die großen Hilfsorganisationen können sich auf die Spendenfreude der Deutschen verlassen. Denn nach Schätzungen des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) werden in Deutschland jährlich zwischen zwei und fünf Milliarden Euro gespendet. Besonders zahlreich sind die Spendenaufrufe naturgemäß in der Adventszeit: Die Menschen sind milde gestimmt und geben gern vom mehr oder weniger üppigen Wohlstand ab. Doch den richtigen "Spendentopf" zu finden und schwarze Schafe zu erkennen, ist nicht leicht. Schätzungsweise eine halbe Million gemeinnützige Organisationen, rund 15.000 private Stiftungen, zahlreiche kirchliche und karitative Einrichtungen in Deutschland finanzieren ihre Arbeit mit Spenden.
Spendensiegel: Zeichen für Transparenz und Professionalität
Als Spender will man natürlich wissen, was mit seinem Geld passiert. Das A und O ist deshalb, sich über den Geld-Einsammler zu informieren. Kann er belegen, wie das Geld ausgegeben wird? Wie erfolgt die Werbung der Spenden? Bleiben die Verwaltungskosten im Rahmen? Ein erster Anhaltspunkt für die Seriosität der Organisation sind das Logo des deutschen Spenderrates e.V. oder das Spendensiegel des DZI.
Letzteres dürfen zurzeit rund 270 humanitär-karitative Organisationen tragen. Es verpflichtet die Organisationen zu transparenter Arbeit und verantwortungsvollem, professionellen Umgang mit den Geld der Spender. Beim DZI sind jedoch auch an die 750 Organisationen verzeichnet, die das Siegel nicht tragen. Dies muss jedoch kein schlechtes Zeichen sein. Denn oft agieren sie nur regional oder sind so klein, dass sie die Gebühren für das Siegel nicht aufbringen wollen. Über deren Arbeit kann man sich in Jahresberichten und Prospekten, im Internet oder sogar vor Ort in den Geschäftsstellen informieren. Wer dort bereitwillig und transparent Auskunft bekommt, kann auch mit einem guten Gefühl sein Geld geben.
Freiwillig und ohne Druck spenden
Generell sollte man wohlüberlegt, ohne Eile und Druck spenden, rät das DZI. Weder durch Sammler auf der Straße noch durch Postwurfsendungen sollte man sich zu einer Spende genötigt sehen. Denn das Spenden beruht zuallererst auf Freiwilligkeit. Auch aggressiv-emotionale Werbung, die extrem auf das Mitleid der Menschen abzielt, ist oft ein Kennzeichen unseriöser Organisationen. Natürlich appellieren auch große anerkannte Organisationen an unsere Emotionen – jedoch sollten die Sachinformationen überwiegen. Skepsis ist außerdem angebracht, wenn im Spendenaufruf mit besonderer zeitlichen Dringlichkeit geworben wird: Seriöse Hilfswerke haben für Notfälle und Katastrophen in der Regel einen großen finanziellen Puffer. Sie finanzieren mit solchen Aufrufen die weiterführende Hilfe und füllen ihre Spendentöpfe wieder auf.
Gezielt spenden
In den allermeisten Fällen sind Geldspenden weitaus sinnvoller als Sachspenden. Auch wenn es noch so gut gemeint ist: Kuscheltiere, ausrangierte Winterpullover, Kosmetikartikel und Konserven verursachen beim Sammeln, Zwischenlagern und Transport zu den Hilfsbedürftigen unnütze Kosten. Die meisten Hilfsgüter können in der Region vor Ort preisgünstiger gekauft werden. Das stärkt zudem die dortige Wirtschaft. Nur in Ausnahmefällen bitten Hilfswerke deshalb um Sachspenden.
Wer möchte, dass von seinen Spenden-Euros möglichst wenig in Verwaltung fließt, der spendet per Überweisung und eher einen größeren Betrag an eine oder zwei Organisationen anstatt zehnmal fünf Euro im Gießkannenprinzip zu verteilen. Besonders kostengünstig für den Empfänger sind auch regelmäßige Spenden in Form von Mitgliedsbeiträgen oder Patenschaften. Diese erlauben den Hilfsorganisationen eine effektive Planung von längerfristigen Projekten und Aktivitäten. Zudem sollte man nur in Ausnahmefällen zweckgebunden spenden. Denn diese schränken die Verwendung des Geldes für die Hilfsorganisation stark ein und erhöhen den Verwaltungsaufwand.
Das Finanzamt beteiligen
Alle Spenden für gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Organisationen kann man in seine Steuererklärung eintragen und so seine eigene Steuerschuld mindern. Darunter fällt nicht nur die Spende für die Erdbebenopfer in Haiiti, sondern auch die Zuwendung für den örtlichen Heimatverein oder die Freiwillige Feuerwehr. Ausgenommen sind Mitgliedsbeiträge an Vereine, die vor allem der Freizeitgestaltung dienen, wie zum Beispiel Sport- oder Theatervereine.
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