Implantat, Brücke oder Krone: Die moderne Zahnmedizin kann Zähne lange perfekt aussehen lassen. Der Haken sind die Kosten, denn eine gute Versorgung hat ihren Preis. Die gesetzliche Kasse zahlt immer nur einen festen Zuschuss, der vom zahnmedizinischen Befund abhängt. Lässt sich ein Patient etwa ein Implantat einsetzen, so kann der privat zu zahlende Teil der Rechnung laut aktuellen Finanztest-Berechnungen schnell 2.000 Euro ausmachen.
Private Zahnzusatzversicherungen halten Verbraucherschützer sinnvoll für Kassenpatienten, welche die zusätzlichen Kosten für teuren Zahnersatz in höherwertiger Ausführung nicht alleine tragen wollen. Wer sicher sein will, dass die Versicherung sich auch an hohen Zahnarztrechnungen ausreichend beteiligt, sollte beim Abschluss einer Zusatzpolice unbedingt auf den Leistungsumfang achten.
Wartezeit: So sollte man eine Zahnzusatzversicherung nicht erst abschließen, wenn das große Hämmern und Bohren in der Praxis schon begonnen hat. Denn bei den meisten Versicherungen gibt es Wartezeiten: Für Zahnbehandlungen, Zahnreinigung und Prophylaxe gilt meist eine dreimonatige Frist, will man sich Zahnersatz oder eine kieferorthopädische Behandlung von der Versicherung erstatten lassen, muss man sogar acht Monate warten. Für eine bereits begonnene Behandlung gibt es also nichts. Tricksen gilt nicht: Wer zu Beginn des Versicherungsvertrages bei den Gesundheitsfragen gemogelt hat, dem kann gekündigt werden – und muss unter Umständen bereits gezahlte Leistungen zurückerstatten.
Kostenerstattung: Bei manchen Tarifen werden die Rechnungen nicht in der kompletten Höhe übernommen. Zudem gibt es bei vielen Versicherungen in den ersten Jahren Höchstgrenzen, bis zu denen erstattet wird. Auch bei der Frage, welche Kosten genau die Police abdeckt, gibt es erheblich Unterschiede: Wird nur die von der gesetzlichen Kasse anerkannte Regelversorgung bezuschusst oder kann man sich auch teure Zahnersatz-Materialien und Behandlungen erstatten lassen? So muss man bei einer Reihe von Tarifen Inlays, Impantate und Knochenaufbau aus der eigenen Tasche bezahlen – das kann schnell über 1000 Euro kosten – ohne dass die Versicherung einspringt.
All diese Faktoren schlagen sich natürlich im Preis nieder: Im letzten Vergleich unter 110 Zahnzusatzversicherungen hat Finanztest erhebliche Beitragsunterschiede ermittelt. So musste ein 43-jähriger männlicher Neukunde zwischen 18 und 37 Euro im Monat zahlen, eine gleichaltrige Frau zwischen 19 und 49 Euro. Auf alle Fälle lohnt sich vor Vertragsabschluss das genaue Abwägen, mit welcher Tarifvariante man letztendlich über einen längeren Zeitraum finanziell besser fährt. Wer nur die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkasse möchte und einen guten Bonus bei seiner Kasse hat, der stürzt sich durch die Eigenanteile sicherlich nicht in den Ruin. Vorausgesetzt, es muss nicht ein komplettes Gebiss saniert werden.
(Mit Informationen von djd/pt)
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