Rund 40 Prozent der Haushalte in Deutschland sind Ein-Personen-Haushalte – mit steigender Tendenz. Und die müssen in vielen Lebensbereichen notgedrungen draufzahlen: Im Hotel bewohnen sie die teuren Einzelzimmer, im Supermarkt kaufen sie die überteuerten Minipackungen und für die Ein- oder Zweizimmerwohnung müssen sie vor allem in Großstädten vergleichsweise hohe Mieten auf den Tisch legen.
Doch es gibt auch Branchen, für die ist dieser Kundenkreis besonders lukrativ, weil wachsend. So können Alleinstehende bei Abschluss von verschiedenen Versicherungsverträgen mit Nachlässen und speziellen Single-Tarifen rechnen und viel Geld sparen. Die Versicherer gewähren zum Beispiel bei Privathaftpflicht und Rechtschutzversicherungen bis zu 30 Prozent Rabatt, hat das Verbraucherportal Financescout24 herausgefunden.
Mit diesen Nachlässen stellen sich die Gesellschaften auf einen wachsenden Kundenkreis ein. Nicht nur der gutverdienende Großstadtsingle gehört dazu, sondern mit Studenten, älteren Menschen oder Geschiedenen auch viele, um deren Finanzen es nicht so üppig bestellt ist.
Natürlich tun dies die Versicherer nicht aus Nächstenliebe, sondern um den Markt zu bedienen. Und auch bei Singletarifen wird das Versicherungsrisiko kalkuliert. Und das ist zum Beispiel bei der Privathaftpflicht für einen einzelnen Erwachsenen geringer als bei einer Familie mit spielenden und tobenden Kindern. Deshalb kann auch der Versicherungsbeitrag niedriger sein. Diese Alleinstehenden benötigen zudem in der Regel keine Privathaftpflicht- oder Rechtsschutzversicherung, bei der Ehepartner und Kinder automatisch mitversichert sind. Entsprechende Analysen von FinanceScout24 ermittelten bis zu 35 Prozent günstigere Privathaftpflicht-Tarife für Singles gegenüber dem Familienpaket. Auch wer eine Rechtschutzversicherung abschließt, versichert die Familie in der Regel mit. Für entsprechende Ein-Personen-Tarife ermittelte Financescout24 Abschläge zwischen 15 und 30 Prozent.
Es lohnt sich also, nach speziellen Verträgen für Singles zu fragen. Wissen sollte man, dass bei Single-Tarifen häufig die Kinder mitversichert sind. Nur ein möglicher Lebenspartner bleibt unberücksichtigt.
Sparen kann man als Alleinlebender auch, wenn man seine Unterlagen nach überflüssigen Policen durchforstet, bzw. bestimmte Versicherungen erst gar nicht abschließt. Ein solcher Fall ist die Risiko-Lebensversicherung. Die benötigt man nur, wenn man Hinterbliebene im Falle des eigenen Todes vor finanziellen Folgen absichern will.
Allerdings sollte man auch wissen, dass der Single-Status eine Versicherungsbedingung ist, die im Schadensfall auch überprüft wird. Und nicht in jedem Fall lohnen sich die paar Euro, die man durch den Nachlass einspart. Wer zum Beispiel bei der Kfz-Versicherung in den Genuss eines günstigen Single-Tarifes kommt, darf das Fahrzeug auch nur alleine fahren. Lässt man einen anderen ans Steuer und es passiert ein Unfall, bekommt man nichts von der Versicherung.
Bei Finanzwertig.de: Was bedeutet eigentlich die "Schwarze Liste" der Versicherer?



